Der klimafreundliche Garten: Wie man Wasser spart, die Artenvielfalt fördert und nachhaltig gärtnert
In Zeiten des Klimawandels und des zunehmenden Artensterbens wächst das Bewusstsein, dass jeder Einzelne einen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt leisten kann. Der eigene Garten, egal wie groß oder klein, bietet hierfür eine wunderbare Möglichkeit. Ein klimafreundlicher oder naturnaher Garten ist mehr als nur ein ästhetischer Trend; er ist ein aktiver Beitrag zur Nachhaltigkeit. Indem wir Wasser sparen, auf Chemie verzichten und Lebensräume für Tiere schaffen, verwandeln wir unser privates Grün in ein funktionierendes, kleines Ökosystem.
Ein zentrales Thema des nachhaltigen Gärtnerns ist der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser. Statt wertvolles Trinkwasser zu verschwenden, sollte Regenwasser genutzt werden. Eine an das Fallrohr angeschlossene Regentonne ist die einfachste und effektivste Methode, um kostenloses Gießwasser zu sammeln. Gegossen wird am besten in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, um die Verdunstung zu minimieren. Die wichtigste Maßnahme zur Wassereinsparung ist jedoch das Mulchen. Eine Schicht aus Rasenschnitt, Laub oder Rindenhäcksel auf den Beeten schützt den Boden vor dem Austrocknen, unterdrückt Unkraut und verbessert durch die langsame Verrottung die Bodenstruktur. Die Wahl trockenheitstoleranter, vorzugsweise heimischer Pflanzen, reduziert den Gießaufwand zusätzlich.
Der Boden ist das Herzstück eines jeden Gartens. Ein gesunder, lebendiger Boden ist die Grundlage für gesunde Pflanzen. Anstatt auf Kunstdünger zu setzen, sollten wir das Bodenleben fördern. Der eigene Komposthaufen ist hierbei Gold wert. Küchen- und Gartenabfälle werden von unzähligen Mikroorganismen in nährstoffreichen Humus umgewandelt – die beste und nachhaltigste Nahrung für den Boden. Die Methode des “Gärtnerns ohne Umgraben” schont zudem die empfindliche Bodenstruktur und das Netzwerk von Pilzen und Kleinstlebewesen. Stattdessen wird der Kompost einfach oberflächlich auf die Beete aufgetragen.
Ein klimafreundlicher Garten ist ein Paradies für die heimische Tierwelt. Die Förderung der Artenvielfalt ist ein wesentliches Ziel. Eine artenreiche Bepflanzung mit heimischen Blühpflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, bietet Bienen, Hummeln und Schmetterlingen vom Frühling bis in den Herbst hinein eine Nahrungsquelle. Ein sogenanntes “Insektenhotel” bietet Wildbienen und anderen Nützlingen eine Nistgelegenheit. Eine “wilde Ecke” im Garten, in der Laub und Totholz liegen bleiben dürfen, wird schnell zum willkommenen Unterschlupf für Igel und andere Kleintiere. Eine flache Wasserschale dient Vögeln und Insekten als wichtige Tränke.
Der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel ist ein Grundpfeiler des naturnahen Gärtnerns. In einem vielfältigen Garten stellt sich ein natürliches Gleichgewicht ein, in dem Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen die Schädlinge in Schach halten. Bei starkem Befall können biologische Mittel oder selbst hergestellte Pflanzenjauchen, zum Beispiel aus Brennnesseln, Abhilfe schaffen. Diese stärken die Pflanzen, anstatt das Ökosystem mit Giftstoffen zu belasten.
Ein klimafreundlicher Garten erfordert vielleicht ein kleines Umdenken – weg von der perfekten Monokultur hin zu einer lebendigen, vielleicht auch etwas “unordentlicheren” Vielfalt. Doch der Lohn ist unermesslich: ein widerstandsfähiger, pflegeleichter Garten, der vor Leben summt und brummt und einen echten, positiven Unterschied für unsere Umwelt macht.